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Es war ein regnerischer Tag im April des Jahres 1995, als wir (damals nur 5 noch unerschrockene junge Männer) nach Stundenlanger Diskussion und mehrfachen Abstimmungen spontan beschlossen nach Heimbach Zelten zu fahren.
Ihr fragt euch jetzt bestimmt: "Wo ist Heimbach???" Tja, datt wissemer auch nischt meehr soooooo jenau, aber damals schien uns das eine gute Idee zu sein, wir wussten nur, dass es sich hierbei um einen idyllisch gelegenen Luftkurort handelt. Also fuhren wir los Richtung Eifel, besser gesagt fuhren wir nicht selber, sondern ließen uns von unseren klubeigenen Chauffeuren (genannt Papa) fahren. Auf der Fahrt schien dann sogar mal die Sonne, so für ca. 5 Minuten, und wer sich anstrengte brachte es sogar zu einem Schweißtropfen auf seiner Stirn. Nach einigen Versuchen fanden wir dann auch endlich einen Campingplatz, der die Randgruppe der Jugendlichen nicht durch Platzverbot unterdrückte.
"Die Alte", die den Campingplatz überwachte, wies uns eine kleine, Gott sei dank noch freie Parzelle auf dem restlos überfüllten Platz zu (beißende Ironie!).
Bei Elektrosmog und knietief in Hasenkötteln watend bauten wir dann unsere Zelte auf und vor allem den Tisch und die 5 Stühle, die diesen Ausflug nicht alle überleben sollten.
Dann fing es an zu regnen und zwar nicht zum allerletzten Mal in diesem Urlaub. Insgesamt sei vorweg genommen das wir ziemlich lange an diesem Tisch saßen, auch wenn es regnete. Das heißt wenn wir nicht gerade den beschwerlichen Weg in die, nicht ganz so nahegelegene Stadt Heimbach latschten um dort die lebensnotwendigen, warmhaltenden Lebensmittel einzukaufen, z.B. Kümmerling und s(t)erbische Bohnensuppe.
Wenn wir jedoch am Tisch saßen gab es für uns nur 2, nein 3, ja 4, oder doch 5, vielleicht warens auch 6, aber niemals mehr als 7 oder 8 Dinge: Essen, trinken, Arschloch (Kartenspiel, nicht was Ihr denkt), AD&D (ja Rollenspiel), frieren, konstruieren von Mini-Ghettotonnen, lachen und SAUFEN.
Eines Morgens, nachdem uns die, auf das Zelt trommelnden Regentropfen sanft aus dem Schlaf geholt hatten, durchfuhr uns der Schnock-Schock als ein Campingwagen auf den Platz fuhr, jedoch war dies Gott sei Dank nur ein falscher Alarm.
Eines anderen Morgens, nachdem uns die, auf das Zelt trommelnden Regentropfen sanft aus dem Schlaf geholt hatten, durchfuhr uns das Juffen-Sausen als wir Röcheln ("chlchlchlchachachalm") von der Rur ohne "h" vernahmen. Jedoch war es nicht die sterbende Rur, sondern sich lautstark unterhaltende Holländer, die außerhalb des Campingplatzes einen Pavillon aufbauten und fleißig ihre mitgebrachten Regentonnen zu Flößen zusammenbauten, um damit auf dem Stausee einen noch lautstärkeren Nachmittag zu verbringen.
Eine günstige Gelegenheit für uns, wieder einmal die Flucht in die Innenstadt zu ergreifen, diesmal jedoch nutzten wir die Chance um die örtliche Gastronomie anzutesten. Dies ging nach unserem Ermessen am besten in einer Pizzeria. Dort labten wir uns an den hauseigenen Spezialitäten, wie zum Beispiel der berühmt-berüchtigten Pizza Mafiosi,-a,-o. Nach der Stärkung packten wir (mal wieder) das Kartenspiel aus; um die Gäste und unsere persönliche Kellnerin Melitta nicht mit unserem schon alltäglichen "Arschloch!"-Gebrülle zu penetrieren, passten wir uns den Gepflogenheiten des Lokals an und titulierten den Verlierer mit einem wesentlich ästhetischer klingenden "Stronzo!"
An einem typischen AD&D-Abend auf dem Zeltplatz fiel unsere Aufmerksamkeit auf einen penetranten Lichtkegel einer Taschenlampe, der von außerhalb immer wieder in unsere Richtung schien und dabei stets die Position änderte. Nachdem die mysteriösen Verursacher in die Enge getrieben und zur Rede gestellt wurden, gestanden sie uns, uns für Mädchen gehalten zu haben, weil wir "so gekichert" haben. Die beiden Spanner stellten sich als Stefan und Uwe von der Freiwilligen Feuerwehr Heimbach vor, die uns von ihren Discoplänen berichteten, unseren Tisch mutwillig zerstörten und unser Bier wegsoffen (Die Schweine!). Zur Entschädigung ließen sie aber ihren Dildo am Tisch zurück, den sie auf ihre Spannertouren wohl immer mitgenommen haben.
Am nächsten Tag wagten sich zwei, der als überlebenstauglich eingestuften Helden auf die Heimreise per Bummelbahn, um ihre Führerscheinprüfung anzutreten. Die Dortgebliebenen standen somit vor einem Problem: Wie an Bier kommen wenn die Geschäfte geschlossen haben? Weil man sich lieber über Eroberungstaktiken der Burg ausließ und diese praktisch nachspielte, blieb nur die Tankstelle übrig, um die Sucht nach Alkohol zu stillen. Doch der freundliche Jugendliche mit dem "Such-a-Surge"-TShirt an der Tankstelle durchschaute unsere Unsicherheit und sagte: "Ey, ich könnte Euch jetzt nach den Ausweis fragen" , jedoch schien er durch die Manowar-TShirts und das heldenhaft überzeugende Siegergrinsen dermaßen verwirrt zu sein, dass er uns unbehelligt mit den sechs Dosen Diebels-Alt ziehen ließ. Zurück auf dem Campingplatz verging uns jedoch schnell wieder die Lust an unserem hart erkämpften Bier und wir beschlossen, eine lustige Nachtwanderung zu machen. Wie gut, dass wir uns Mut angetrunken hatten, denn ein Auto kam uns entgegen.
Und das Unvorstellbare passierte: ...
Nichts!
Und wir gingen weiter zum Kraftwerk, wo wir im Taschenlampenlicht die Informationstafeln lasen. Erschöpft von unserer langen Wanderung fielen wir dann in unsere Schlafsäcke. Am nächsten Tag kamen die Führerscheinneulinge wieder an, und brachten einen neuen Kasten Diebels-Alt mit, sowie Ballantines und Zuckerrohrschnaps. Dies Alles wurde dann in einer gemütlichen Runde verzehrt, auf die bestandenen Strapazen, die Prüfungen und die neuen Kontakte, die der AFC in Heimbach geknüpft hat. Am nächsten Morgen wurde das veranstaltete Durcheinander, die Trophäensammlung sowie die Teilnehmer in ihrem besten Zustand auf Zelluloid gebannt um für die Ewigkeit festgehalten zu werden.
Nun wurden die Zelte abgebaut, der Müllsack wurde umgeschmissen, und ein Abschlussfoto mit der Altem, dem Dicken und der Doofen wurde geschossen. Danach trat der AFC die Heimreise mit den elterlichen Chauffeuren an.
P.S.: Leider können wir hier keine Fotos zeigen, da die Kamera nicht weitergespult hat und deshalb 24 Bilder auf Einem waren! Dumm gelaufen!!!